Anmeldung

Abbrechen

Bitte geben Sie Ihre Daten ein um fortzufahren.

   Passwort vergessen?

Neukunde? Erstellen Sie ein Konto.

Deutsch / EUR Startseite
Lade...

Blockchains und Kryptodomains – was verbirgt sich dahinter?

25.09.2018 - Gut zu wissen
Kryptowährungen

Domains mit Bezug zur Blockchain-Technologie oder zu Kryptowährungen wie crypto.com, bitcoinwallet.com oder cryptoworld.com wurden in jüngster Zeit auf dem Domain-Sekundärmarkt für sechs- bis siebenstellige Dollarsummen gehandelt. Ende 2017 registrierte das Online-Versandunternehmen Amazon die drei Domainnamen amazoncryptocurrencies.com, amazoncryptocurrency.com und amazonethereum.com und löste damit im Internet Spekulationen darüber aus, ob es einen Einstieg in den Krypto-Zahlungsverkehr plant oder nur seine Marke schützt.

Der Domainauktionsanbieter Sedo hielt erst diesen Monat eine Auktion ab, die ausschließlich Domainnamen mit Bezug zu Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie enthielt. Ebenfalls im September startete die neue Top Level Domain .luxe mit einem auf die Nutzer der Blockchain-Plattform Ethereum ausgerichteten Konzept. Die Blockchain-Technologie sowie Kryptowährungen wie Ether und Bitcoin sind ein anhaltender Trend in der Domainbranche.

.luxe richtet sich speziell an Blockchain-Anwender

Die neue Domainendung .luxe soll die Benutzerfreundlichkeit der Blockchain-Technologie Ethereum steigern: die registrierten Domainnamen können einerseits wie gewohnt als Web- oder E-Mail-Adresse dienen, gleichzeitig aber auch für Ethereum-Transaktionen genutzt werden. Statt langen Zeichen-Codes können Ethereum-Anwender .luxe Namen als Kennung für ihre Blockchain-Vermögenswerte und Dienste wie Dapps (Abk. für engl. Decentralized apps = dezentrale Anwendungen) und Smart Contracts (Blockchain-basierte Verträge) nutzen. Dabei steht .luxe für „Lets YoU eXchange Easily“. Ab dem 6. November 2018 werden .luxe Namen nach dem „First-come, first served“-Prinzip allgemein verfügbar sein.

Das Blockchain-System von Ethereum kann neben Überweisungen der zugehörigen Kryptowährung Ether auch für weitere Anwendungen genutzt werden. Zudem können Nutzer auf Basis des Systems eigene Dapps entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist CryptoKitties, ein Spiel, das sich um CryptoKitties genannte Katzen-Figuren dreht. Diese werden als Sammlerstücke gekauft, verkauft oder getauscht – mit zwei CryptoKitties kann sogar der eigene Nachwuchs gezüchtet werden.

Blockchain data

Die Blockchain-Technologie setzt auf dezentralisierte Daten

Das englische Wort Blockchain bedeutet wörtlich übersetzt „Blockkette“, womit eine Kette aus Blöcken gemeint ist, die Transaktionsdaten enthalten. Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, aufgebaut aus einem Online-Netzwerk vieler Rechner, die Transaktionen wie z.B. den Austausch von Kryptowährungsbeträgen zwischen einem Nutzer und einem Anbieter durchführt. Der Transaktionsdatensatz wird ähnlich einer Kette um weitere Datenblöcke erweitert, jede Transaktion wird als Teil eines Blockes hinzugefügt. Die Blockchain enthält somit die Information über alle je im System getätigten Transaktionen. Jeder neu hinzugefügte Block beinhaltet Verweise auf frühere Blöcke. Alle Blöcke werden kryptographisch signiert und nach einem Konsensmechanismus von allen Rechnern des Netzwerks bestätigt.

Der Bitcoin-Hype in 2017 als Motor der Blockchains

Eine der bekanntesten Blockchain-Anwendungen ist die Kryptowährung Bitcoin (Bit = Maßeinheit für den Informationsgehalt, coin = engl. Münze). Der Wert dieser virtuellen Währung entwickelte sich im Verlauf des vergangenen Jahres rasant: im Januar 2017 war ein Bitcoin 1.000 Dollar wert, im Dezember waren es über 16.000 Dollar. Die starke Wertentwicklung des Bitcoins und weiterer Kryptowährungen wie Ether im vergangenen Jahr dürfte dazu beigetragen haben, den Trend zu Blockchain- und Krypto-Domains auch in der Domainbranche zu verstärken.

Wertentwicklung des Bitcoin im Verhältnis zum Dollar 2017

Bitcoin (USD) Preis
Quelle: https://www.coindesk.com/price/

Weitere mögliche Einsatzgebiete der Blockchain-Technologie

  • Finanzwesen: z.B. für Transaktionen wie Aktiengeschäfte
  • Logistik-Branche: z.B. zur Nachverfolgung von Arzneimitteln vom Hersteller bis zum Patienten (Bsp. DHL) oder von Lebensmitteln vom Produzenten bis zum Konsumenten
  • Öffentliche Verwaltung: z.B. das in Vorbereitung befindliche Pilotprojekt der Bundesregierung zur Auslotung von Anwendungsbereichen in der öffentlichen Verwaltung

Vorteile der Blockchain

  • Sie verfügt über eine hohe Transparenz, da alle Transaktionsdetails für die Teilnehmer jederzeit vollständig einsehbar sind.
  • Sie gilt allgemein als fälschungssicher, da jede Transaktion von allen Netzwerk-Rechnern verifiziert wird. Als Beleg hierfür gilt die Sicherheit des Bitcoin-Systems, dessen Basis bisher allen Hacker-Angriffen standhielt.
  • Ihre Ausfallsicherheit ist hoch, weil die Daten dezentral und redundant gespeichert werden.
  • Das Potenzial zur Einsparung von Kosten und Zeit ist hoch, da keine übergeordnete Prüfinstanz inkl. Personal bzw. kein zentraler Server für die Transaktionen notwendig sind.

Herausforderungen für Blockchain-Systeme

  • Öffentliche Blockchains wie das Bitcoin-System sind zum Teil bei vielen Teilnehmern und damit aufwendiger Blockerstellung und Validierung langsam und haben einen hohen Energieverbrauch.
  • Vor der Aufnahme in eine Blockchain wird ein neuer Block verschlüsselt. Theoretisch kann dies von jedem Rechner im Online-System durchgeführt werden, diese konkurrieren miteinander um die Erfüllung der Aufgabe, denn der Gewinner wird z.B. mit Bitcoins oder bei Ethereum mit Ethern entlohnt. Je nach Prüfmechanismus entscheiden z.B. die Rechnerleistung oder die Höhe des Kryptowährungsguthabens mit darüber, wer den verschlüsselten Block an die Blockchain anhängt. Solche Prüfmechanismen sind somit anfällig für Machtkonzentration, was dem dezentralen Prinzip der Blockchain widerspricht.
  • Auch die Skalierbarkeit öffentlich zugänglicher Blockchains kann zum Problem werden, wie der Bitcoin-Hype in 2017 gezeigt hat. Die starke Nachfrage nach Bitcoins führte zu Wartezeiten und hohen Transaktionskosten.
  • Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sind für viele denkbare Einsätze der Technologie noch nicht ausgearbeitet.
Chain

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie weiter ausbreiten und im Alltag ankommen werden. Beim Lieferservice Lieferando kann man bereits heute mit Bitcoins zahlen, doch dies ist eher die Ausnahme. Ob der Aktienhandel künftig über Blockchain-Systeme stattfindet, Produkte die Information über ihre gesamte Lieferkette mitliefern oder die Blockchain die öffentliche Verwaltung revolutioniert, wird sich zeigen.

Sehr wahrscheinlich werden sich die vielen denkbaren Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in den kommenden Jahren aber auch in Domain-Registrierungen und -Verkäufen widerspiegeln. Der ein oder andere Trend wird dabei das Geschäft vermutlich ähnlich ankurbeln wie der Bitcoin-Hype in 2017. Es kann sich also lohnen, das Thema Kryptowährungen und Blockchain weiter zu verfolgen.