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Typosquatting – Schutz vor Trittbrettfahrern

18.01.2018 - Gut zu wissen

Was ist Typosquatting und wozu dient es?

Der Begriff Typosquatting kommt aus dem Englischen. Typo ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Tippfehler und ein squatter ist ein illegaler Hausbesetzer. Im Deutschen ist oft auch von Tippfehler-Domains oder Vertipperdomains die Rede.

Beim Typosquatting werden gezielt Domains registriert, deren Namen großen und bekannten Internetpräsenzen ähneln, um so möglichst viele Besucher für die eigene Webseite zu generieren. Laut dem Newsportal nakedsecurity ist Typosquatting am weitesten verbreitet in den USA. Fast zwei Drittel der Tippfehler-Domains sind in den Vereinigten Staaten registriert (63,8 %), mit großem Abstand folgen Deutschland (4,6 %) an zweiter und China (4,1%) an dritter Stelle.

Typosquatting-Seiten nach Ländern

Stand: 2011 - Quelle: nakedsecurity

Betreiber der Tippfehler-Domains setzen auf Eingabefehler wie falsche, zusätzliche oder fehlende Buchstaben, machen sich Rechtschreibfehler zunutze oder ergänzen beliebte Domains um Namenszusätze und alternative Endungen. Gelangt ein User durch die fehlerhafte manuelle Eingabe einer Domain im Browser versehentlich auf eine Tippfehler-Domain, findet er auf keinen Fall das, was er eigentlich sucht. Oftmals wird er überschüttet mit Werbeanzeigen, Pop-Ups, Spyware und weiteren unseriösen Inhalten. Manchmal wird er auch auf die eigentlich gewünschte Domain weitergeleitet und die Seitenbetreiber der falschen Domain werden im Rahmen eines Affiliate-Programms für die Weiterleitung bezahlt. Ein weiteres Geschäftsmodell kann der Verkauf der falsch geschriebenen Domain an den Inhaber der anvisierten, prominenten Website sein. Bei allen Methoden handelt es sich um fragwürdige Praktiken an der Grenze zur Legalität.

Wie schütze ich mich und meine Besucher vor Trittbrettfahrern?

Eine Untersuchung (PDF) der New Yorker Stony Brook University aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass für 95 Prozent der 500 meistbesuchten Webseiten Tippfehler-Domains existieren. Richtig heikel kann es für Markeninhaber werden, wenn auf diesen Domains schädliche Inhalte dargestellt werden, die dem eigenen Image erheblich schaden können. Aber wie kann man die eigene Seite und damit auch seine Besucher vor Typosquatting schützen?

Tippfehler-Domains registrieren

Der sicherste Schutz ist die Vermeidung von Tippfehlern. Das klappt aber natürlich nicht immer. Vor allem kann man als Domaininhaber selbst nicht dafür sorgen, dass die Besucher der eigenen Seite die URL stets korrekt im Browser eingeben. Für rechtmäßige Eigentümer einer Domain empfiehlt es sich, als vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme zusätzlich zur Original-Domain typische Tippfehler-Domains zu registrieren und diese auf das eigentliche Online-Angebot umzuleiten. Auf diese recht einfache Möglichkeit, die eigene Webseite vor Typosquatting zu schützen, greifen allerdings bisher verhältnismäßig wenige Unternehmen zurück. Dabei wiegen die möglichen wirtschaftlichen Schäden und der Preis für ein eventuelles Gerichtsverfahren zur Rückgewinnung von Tippfehler-Domains deutlich schwerer als die Kosten für eine präventive Strategie, die die Registrierung möglicher Vertipperdomains durch den Markeninhaber beinhaltet.

Professioneller Markenschutz

Die Monitoring-Dienste von BrandShelter helfen Ihnen dabei, Ihren Markennamen proaktiv und effektiv vor Missbrauch im Internet zu schützen. Sie erfahren sofort, wenn neu registrierte Domains genau Ihrem Markennamen entsprechen oder diesem verwirrend ähneln und können entsprechende Maßnahmen zum Schutz Ihrer Marke einleiten.

Rechtliche Aspekte von Typosquatting

Die meisten Betreiber von Tippfehler-Domains haben es gezielt auf die Domains bekannter Unternehmen oder Marken abgesehen, mit dem Ziel, möglichst viele Besucher abzufangen und so für hohe Besucherzahlen auf der eigenen Seite zu sorgen. Allerdings bedeutet die Registrierung einer Domain, deren Namen dem einer geschützten Marke entspricht oder diesem ähnelt, in der Regel eine Verletzung der Rechte des Markeninhabers. Diesem steht es somit zu, Unterlassungsansprüche geltend zu machen und dem Typosquatting so einen Riegel vorzuschieben. In Deutschland wird der Markenschutz durch das Markengesetz (Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen) geregelt. Laut Paragraph 14 ist es Dritten untersagt, ohne Zustimmung des Markeninhabers identische oder ähnliche Zeichen zu benutzen, wenn die Gefahr von Verwechslungen besteht. Dabei reicht auch bereits aus, dass das Zeichen mit der Marke gedanklich in Verbindung gebracht werden könnte.

Bei Domains handelt es sich allerdings nur in wenigen Fällen um rechtlich geschützte Markennamen. Viele Domains sind, wie am Beispiel eines Rechtsstreits des Internet-Wetterdienstes wetteronline.de deutlich wurde, eher beschreibende Begriffe, die markenrechtlich nicht geschützt werden können. Der Wetterdienst hatte die Betreiber der Tippfehler-Domain wetteronlin.de (ohne e am Ende) im Jahr 2014 verklagt. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied damals, dass Vertipperdomains grundsätzlich rechtlich zulässig sind und nicht gelöscht werden müssen, wenn sie nicht bewusst in einer abgewandelten oder fehlerhaften Schreibweise eines bereits registrierten Domainnamens registriert wurden (zum Urteil). Das wäre nämlich unlautere Behinderung und würde gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstoßen.